| ...... | Oberlaender,
F.A.
(1995): Nachwirkungen geschädigter Identität auf die
Folgegeneration:
Nach 1945 geborene Kinder christlicher Deutscher
jüdischer Herkunft, in:
ZSE - Zeitschrift fur
Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie, 15:
249-271.
Abstract
Die nach 1945 geborenen Kinder christlicher Deutscher jüdischer Herkunft haben meist einen im Nationalsozialismus als 'Mischling' bezeichneten Elternteil und einen anderen, der im Nationalsozialismus als 'Arier' bezeichnet worden war. Die durch Stigmatisierung hervorgerufene 'beschädigte Identität' von Teilen der Familie hat erhebliche Nachwirkung auf den Sozialisationsprozeß und die Selbstwahrnehmung der untersuchten Kinder: Zum einen bestehen spezifische Probleme die stark abweichenden Lebenswelten der verfolgten und der nicht verfolgten Familienmitglieder zu einer Familiengeschichte zu integrieren, zum anderen tendieren sie dazu, sich - im Gegensatz zu den verfolgten Familienmitgliedern - der jüdischen Welt in ambivalenter Weise zuordnen zu wollen.
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